Ausgelastete Hunde im Sommerurlaub und trotz Hitzerekorden

Der Rekordsommer in diesem Jahr zwingt uns, sogar unsere Hundespaziergänge im kühleren, schattigen Wald in die frühen Morgen- oder aber in die späten Abendstunden zu verlegen. Sehr aktive oder junge Hunde, die sich gerne körperlich bewegen oder austoben, können bei diesen Außentemperaturen schnell überhitzen. Für kranke oder alte Hunde ist manchmal schon eine kleine Gassirunde bei großer Hitze zu belastend. Nicht jeder Hund geht gerne ins Wasser und nicht jeder Hundehalter hat das Meer, einen See, Fluss oder Bachlauf in erreichbarer Nähe.
Wegen der großen Hitze leben wir hier derzeit denselben Tagesrythmus, wie während unserer alljährlichen Sommerurlaube auf Sardinien. Dort brechen wir in der Regel spätestens gegen 7 Uhr morgens zu verschiedenen festen Routen mit unterschiedlichem Gelände und Umweltreizen auf. Ein reiner Strandspaziergang mit Rennen und Toben im Wasser würde unsere beiden Aussies nicht ausreichend auslasten. Sie brauchen für Ihr Wohlfühlportfolio täglich ausreichend Möglichkeiten, die Umgebung zu erschnüffeln und zu markieren. Am Strand suchen sie meistens nach Fressbarem, was die Strandbesucher des Vortages zurückgelassen haben. Ich gönne Ihnen diese vielleicht artgerechteste Beschäftigung, da ich mich auf die fleißigen und sorgfältigen Helfer, die spät abends den Strand vom Müll befreien und früh morgens die Tonnen leeren, verlassen kann.

Tagsüber, während der größten Hitze, beschäftigen wir die beiden Fellnasen mit ruhigen Schnüffelspielen, die ihre natürlichen Bedürfnisse ersatzweise befriedigen. Die hohe Konzentration, die notwendig ist, um Futterstücke an Baumrinden oder aber in Natursteinmauern zu erschnüffeln, lastet die beiden aus, ohne das Risiko, dass sie überhitzen.
Die Grundidee für den „Würstchenbaum“ habe ich erstmalig bei Ann Lill Kvam während meiner International Dog Trainer Ausbildung kennengelernt. Seither sind derartige Schnüffelspiele in den unterschiedlichsten Variationen fester Bestandteil unseres Alltags –daheim, im Urlaub und auf Spaziergängen.

Bäume mit knorriger Rinde findet man fast überall, wenn man gezielt nach ihnen sucht. In den Furchen kann man prima weiche attraktive Futterstücke platzieren. Ungeübte Hunde sollten beim Verstecken zunächst zuschauen dürfen. Hunde, die bereits gelernt haben zu warten und über genügend Impulskontrolle verfügen, können einfach das Verstecken beobachten. Diejenigen, die das noch nicht sicher beherrschen, sollten während der Spielvorbereitung von einem Helfer festgehalten und betreut werden. Ich persönlich beginne am liebsten irgendwo im Garten und lasse die Hunde von einer Terrassentür aus zuschauen, während ich die Leckerchen verstecke.

Das Futter sollte für den Hund anfangs gut erreichbar sein, da es für die meisten Hunde ungewöhnlich ist, Futter woanders als am Boden zu suchen. Später kann man dann die Futterbrocken so hoch anbringen, dass die Hunde sich recken und strecken müssen, um sie zu erreichen.


Hunde, die sich gut kennen und keine Probleme mit Ressourcenverteidigung haben können auch gemeinsam suchen.
Natursteinmauern eignen sich ebenfalls hervorragend als Versteck!

Viel Spaß beim Vorbereiten und Zuschauen!!!

Zum Weiterlesen:

Eine wahre Fundgrube voller Ideen für Schnüffelspiele ist das praktische Taschenbuch von Christina Sondermann „Einfach schnüffeln“ Nasenspiele für den Hundealltag:

 

Die norwegischen Hundetrainerin Ann Lill Kvam, die die Idee zum Würstchenbaum lieferte, hat ihre umfangreichen Erfahrungen im Bereich Nasenarbeit in einem Buch für Hundehalter zusammengefasst:

In meinem Buch „Folge mir, mein Freund“ sind ebenfalls Spielideen für Familienhunde beschrieben.

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