Gartentausch statt Gassirunde

Heute ist der Spaziergang oder die Gassirunde für die meisten Hunde das tägliche Highlight. Unsere Umwelt und Lebensumstände lassen es in der Regel nicht mehr zu, dass Hunde ihren Tagesablauf selbst gestalten. So verbringen unsere Hunde die meiste Zeit mit Warten, bis wir Menschen endlich Zeit für sie haben: Für die meisten Fellnasen bedeutet gemeinsame Zeit mit ihren Menschen, gemeinsam Spazierengehen.

Aber auch der herbeigesehnte Spaziergang bedeutet nicht die grenzenlose Freiheit für unsere Vierbeiner: die Leine und der Besitzer am anderen Ende schränken ihre Bewegungsfreiheit und Bedürfnisse mitunter sehr stark ein.

Hunde, die Zeit in einem Garten verbringen dürfen, können schon eher ihr Bedürfnis nach Umwelterkundung, ihrem individuellen Tempo entsprechend, ausleben. In einem Garten passiert immer etwas: nachaktive Tiere, Nager, Vögel, Amphibien, Schlangen, Insekten etc. und vielleicht sogar Nachbars Katze haben ihre Spuren hinterlassen.

Foto: Frank Kribelbauer

Vor vielen Jahren erzählte Turid Rugaas während unserer Ausbildung zum International Dog Trainer, dass sie und ihre Nachbarn regelmäßig ihre Gärten für ihre Hunde tauschen. Die Hunde könnten alleine den Garten ihres Nachbarhundes erkunden. Dieser war währenddessen nicht anwesend. Spiel und Spaß waren nicht Sinn und Zweck dieses Gartentausches, sondern Umwelterkundung in einer sicheren und überschaubaren Umgebung, im individuellen Tempo des jeweiligen Hundes. Die Idee ist einfach: je mehr Hundemenschen sich beteiligen, desto größer sind die Möglichkeiten des eigenen Hundes, sich ein neues Terrain, ohne Leine und ständige Kontrolle des Besitzers, zu erschließen.

Hundemenschen kommen meist sehr schnell ins Gespräch. Verabredet Euch doch mal zu einem Tee oder Kaffee in Euren Gärten und lasst Eure Hunde nacheinander in Ruhe die Umgebung mit allen Sinnen erkunden.

 

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