Gib´s her!

Gib´s her!!!

Hunde haben keine Hände und nehmen Dinge daher in den Fang. Jedoch nicht alles, was unsere Vierbeiner finden, dürfen sie auch behalten. Das Ausgeben von Gegenständen, Verdorbenem oder gar Gefährlichem ist im Zusammenleben von Mensch und Hund absolut notwendig, auch, um gemeinsam gefahrlos spielen zu können.

Floyd lernt, dass Abgeben sich für ihn lohnt! Foto: Robin Wershoven

Hunde müssen erst lernen, Dinge, die sie gefunden haben und nicht behalten dürfen, abzugeben. Ausgeben, konsequent über positive Verstärkung aufgebaut, lohnt sich doppelt:

  • für den Hund, weil er lernt, dass er im Tausch gegen seine Beute etwas bekommt, was er noch lieber mag und
  • für den Menschen, weil er mit seinem Hund kooperiert und nicht mehr tatenlos zusehen muss, wie dieser mit einem Giftköder im Maul verschwindet und diesen in ausreichender Entfernung vertilgt oder aber seine Beute mit den Zähnen vehement verteidigt.

Was sich lohnt, wird auch gelernt!

Hunde lernen sehr schnell, sich dem Einfluss ihres Menschen zu entziehen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Abhauen mit einer Beute oder aber etwas Fressbares schnell runter zu schlingen sind die Folgen von Training über Strafe.

Floyd in typischer Haltung über einer „Beute“, die er behalten möchte. Foto: Robin Wershoven

Die Grundlagen für spätere Ressourcenverteidigung werden häufig schon im Welpenalter von ahnungslosen oder schlecht beratenden Hundeeltern gelegt. Die Empfehlungen, Hunden ihr Fressen oder Spielzeug einfach wegzunehmen, ruinieren die Beziehung und sind zudem, je nach Hundetyp, auch noch gefährlich. Aus Welpen werden ausgewachsene Hunde mit ausgewachsenen Gebissen, die diese auch mitunter einsetzen, um ihre Beute zu verteidigen. Diese erwachsenen Hunde werden dann von Trainer zu Trainer gereicht, weil die veralteten Rangordnungstheorien und aversive Methoden nicht mehr greifen…bis sie, wenn sie Glück haben, bei einem Hundetrainer mit fundiertem, wissenschaftlichem Hintergrund landen.

Hunde, die konsequent etwas Besseres als ihre Beute zum Tausch erhalten, lernen dies fürs Leben. Eine gute Gewohnheit, die sich, auch, wenn sie mal in Vergessenheit gerät, schnell wieder aktivieren oder zum Anzeigen von Giftködern ausbauen lässt.

Dieser Blog entstand, weil ich Hundemenschen die Perspektive aus Hundesicht eröffnen, mit überholten Rangordnungstheorien aufräumen und einen Einblick in bedürfnisorientiertes und wissenschaftlich fundiertes Hundetraining ermöglichen wollte. Mich frustrierte es, Hunde und ihre Menschen auf den Weg zu bringen, die mit den besten Wünschen für ihre Hunde von unzureichend kynologisch ausgebildeten Trainern beraten und am Ende genau deshalb zum Fall für den Verhaltenstherapeuten wurden.

Ab Mai 2020 werde ich neben dem gewohnten, individuellen Einzeltraining auch Gruppenstunden und Themenwanderungen anbieten, mit dem Ziel, die Grundlagen im Zusammenleben von Mensch und Hund zu vermitteln, gemeinsam Spaß zu haben und zu einem Team zusammen zu wachsen. Herzlich Willkommen ist jedermann und „jederhund“.

Im Anschluss findet Ihr, wie immer, meine Buchempfehlung zum Thema.

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