Ein erwachsener Hund aus dem Ausland als Familienhund? Eine Erfolgsgeschichte!

Gemeinsam unterwegs: Niklas mit Buddy

Ein eigener Hund steht häufig ganz oben auf dem Wunschzettel vieler Kinder. Diejenigen Familien, die es sich zeitlich und finanziell leisten können, einen Hund in ihre Familie aufzunehmen, entscheiden sich häufig für einen Welpen, entweder vom seriösen Züchter oder aus dem Tierschutz. Sie möchten die Phase der Sozialisation sowie die Erziehung selbst optimal gestalten und beeinflussen können. Selbst nach einer ausführlichen Beratung vor dem Hundekauf bei einem kompetenten Hundetrainer wird vielen nicht klar, wie viel Hintergrundwissen, Aufmerksamkeit, Management und Geduld die Aufzucht eines Welpen tatsächlich erfordert. Insbesondere im hektischen Alltag einer Familie mit Kindern und im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen unserer heutigen Gesellschaft und den natürlichen Bedürfnissen von Hunden.

Mit einem erwachsenen Hund kann man längere Wanderungen unternehmen. Welpen und Junghunde sind dazu physisch und psychisch lange nicht in der Lage

Welpen sind weder lebendige Kuscheltiere, noch Spielkameraden auf vier Beinen für Kinder. Häufig ist die Enttäuschung der Kinder nach dem Einzug des kleinen Fellkindes groß, weil dieses nicht ihr großes Kuschelbedürfnis teilt und es erst noch lernen muss, dass spitze Zähnchen die feine Haut von Menschenkindern schneller verletzen können, als das bei den Wurfgeschwistern der Fall war. Bis der Welpe psychisch und physisch zum Familienhund herangewachsen ist, vergeht viel Zeit…Die meisten Familien entscheiden sich nach einem kostenlosen Beratungsgespräch bei mir dennoch für ein Hundekind und gegen die Übernahme eines erwachsenen Hundes.

Auch die vierköpfige Familie mit zwei Jungs im Alter von 6 und 14 Jahren hatte sich bereits in einen Welpen aus einem Rumänischen Tierheim bzw. einer „Tötungsstation“ verliebt, als sie mich kontaktierte. Wie so oft wurde der kleine Kerl als „Aussie- oder Bordercolliemix“ beschrieben. Es ist eher unwahrscheinlich, dass ein Ausstralian Shepherd oder ein Bordercollie für die Optik eines Mixes aus dem Süden oder Osten Europas verantwortlich ist. Die Zuordnung zu einer bestimmten Rasse weckt häufig Erwartungen, die der Hund auf dem Foto nicht erfüllen kann. Weniger, weil in ihm kein Aussie oder Bordercollie steckt, sondern vielmehr, weil er in einem völlig anderen Umfeld aufwächst, als das, was seine neue Familie ihm bietet.

Welche Hunderassen Buddy genetisch ins sich trägt ist weit weniger aussagekräftig, als das Verhalten, das sie tatsächlich zeigt. Genetik und Umwelt bedingen sich gegenseitig.

Sehr viel aufschlussreicher, als seine Rassezugehörigkeit, ist, ob ein Hund während seiner sensiblen Phasen der Sozialisierung überhaupt Kontakt zu Menschen hatte und in welcher Umwelt er sich bewegt hat, bevor er im Tierheim oder einer Tötungsstation landete. Dennoch bleibt ein Importhund, den man nur von einem Foto kennt, ein „Überraschungsei“, ein nicht kalkulierbares Risiko für eine Familie mit einem kleinen Kind. Das bedeutet jedoch ganz und gar nicht, dass ein Hund aus dem Ausland überhaupt nicht in Frage käme, wie die Geschichte von „Buddy“ und ihrer Familie zeigt:

Ich schlug der Familie alternativ vor, sich nach einem Hund umzuschauen, der sich bereits auf einer Pflegestelle in Deutschland befindet. Viele Tierschutzorganisationen arbeiten mit Pflegestellen zusammen, die die Hunde zunächst bei der Integration in unsere moderne Gesellschaft begleiten, bevor sie vermittelt werden. Sie beobachten, wie ihre Schützlinge mit der Umwelt hier vor Ort zurechtkommen und können sehr viel besser einschätzen, welches Zuhause für sie geeignet und wann ein Umzug in ein neues Zuhause anzuraten ist. Einen Hund auf einer Pflegestelle oder aus einem Tierheim in Deutschland kann man vor der Übernahme besuchen und kennenlernen.

Familie H. fand auch tatsächlich schnell eine dreijährige Mischlingshündin, die sich seit ein paar Wochen auf einer erfahrenen Pflegestelle der Organisation HundeAdoption direkt ca. 1 Autostunde von ihrem Wohnort entfernt befand. Sie vereinbarten spontan einen Termin mit der Pflegemama von „Emma“ und verliebten sich sofort in die freundliche Hündin. Das Zusammentreffen dokumentierten sie mit Videoaufnahmen, damit ich aus der Ferne das Verhalten der Hündin besser einschätzen konnte. Ihr Verhalten ließ darauf schließen, dass sie Menschenkontakt, sehr wahrscheinlich sogar Familienanschluss, gehabt haben musste, bevor sie in der Tötungsstation landete. Dort verbrachte sie fast 1,5 Jahre, bis sich ihre Pflegemama entschloss, ihr eine Chance zu geben und sie nach Deutschland zu holen. Ihr fiel auf, dass die Hündin immer hoffnungsloser wurde…

Buddy hat endlich ihre eigene Familie gefunden!

Die Organisation HundeAdoption direkt vermittelt Hunde aus Tierheimen und Tötungsstationen von der Azoreninsel São Miguel. Auf der Homepage der Tierschutzorganisation wird die Situation vor Ort wie folgt beschrieben: „Dort leben 138.000 Menschen und scheinbar alle haben einen Hund. Oder einige ganz viele. Denn aus jedem Garten oder Hof, von jedem Garagendach und hinter jeder Hausecke guckt ein Hund hervor“. Diese Inselhunde führen also kein Leben als sog. Straßen- oder Waldhunde abseits der Menschen, sondern mit Familienanschluss, wenn auch nicht immer gemeinsam mit den Menschen im Haus oder gar auf dem Sofa.

Familie H. bewarb sich um die Adoption von „Emma“ und war überglücklich, dass sie bereits eine Woche später in ihr neues Zuhause umziehen durfte. In der Zwischenzeit wurde das Haus auf den Einzug eines vierbeinigen neuen Familienmitgliedes vorbereitet und sogar der Garten in Rekordzeit ausbruchsicher eingezäunt.

Mit dem Umzug in ein neues Leben erhielt „Emma“ auch einen neuen Namen. Sie heißt heute „Buddy“, was so viel bedeutet, wie „bester Freund“. Ihre Integration verlief völlig problemlos. „Buddy“ genießt das Zusammenleben mit ihrer neuen Familie sehr. Sie fühlte sich sehr schnell sicher und geborgen und war bereits nach kurzer Zeit in der Lage, sich nach gemeinsamen Aktivitäten schnell zu entspannen. Sie geht gerne Spazieren, hat Spaß an kleinen Trainingseinheiten und genießt die Kuscheleinheiten mit ihrer menschlichen Familie sehr.

Ich habe mich entschlossen, die Geschichte von „Buddy“ und ihrer Familie zu erzählen, weil sie zeigt, dass Hundevermittlungen aus dem Ausland völlig problemlos ablaufen können.

Paul hat für Buddy Leckerchen in der Pappschachtel versteckt

„Buddy“ war Dauerinsasse einer Tötungsstation auf São Miguel und ist heute der Traumhund einer Familie mit einem 6jährigen und einem 14jährigen Jungen, der mit ihr viel gemeinsam unternimmt und sie mit Freude und Erfolg ausbildet.

Viele Hundetrainer bieten eine kostenlose Beratung vor dem Hundekauf oder aber einer Übernahme an. Fragt doch einfach mal bei den Hundeschulen in Eurer Nähe nach. Es lohnt sich!

Herzlichen Dank an Anja Hogan für die tollen Fotos!

 

 

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